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Born to Defense

ff💥 Born to Defense (Originaltitel: 中華英雄 (Zhonghua Yingxiong) aus dem Jahr 1986 ist ein chinesischer MartialArts/Actionfilm mit kräftigem Dramaeinschlag, inszeniert und gleichzeitig gespielt von einem noch sehr jungen Jet Li – und zwar in seiner allerersten Regiearbeit überhaupt. Das Ganze spielt nach dem Zweiten Weltkrieg in einem zerrissenen China, wo die Straßen noch vom Nachhall der Kämpfe beben und sich Machtverhältnisse gerade neu sortieren.

Jet Li schlüpft in die Rolle eines kampferprobten Soldaten, der aus dem Krieg zurückkehrt – nicht als Held, sondern eher als Fremder im eigenen Land. Zuhause hat sich alles verändert. Amerikanische Soldaten mischen sich in das tägliche Leben ein, manchmal auch ein bisschen zu grob, und die einfachen Leute schlagen sich so durch, wie sie können. Freundschaft, Stolz, Ehre – das sind nicht nur leere Begriffe in diesem Film, sondern Grundpfeiler für alles, was danach passiert.

Der Film nimmt sich Zeit, die Figur von Jet Li als Menschen zu zeigen – nicht nur als Kampfkünstler. Da gibt’s zwischendurch sogar Momente, wo einem die Faust mal locker in der Tasche juckt. Die Konfrontationen sind roh, intensiv und wirken fast wie aus’m echten Leben gegriffen. Und wenn es zur Sache geht, dann richtig. Die Kämpfe sind kantig, ohne Schnörkel, fast schon dreckig – ganz anders als die eleganten Wushu-Choreos, für die Jet Li später berühmt wurde.

Aber Born to Defense ist nicht bloß Actiongekloppe. Es geht um Stolz, ums Dazugehören, um die Frage, wie man sich selbst treu bleibt in einer Welt, die plötzlich nicht mehr dieselbe ist. Und glaub mir: Was sich da langsam aufbaut, entlädt sich irgendwann wie ein Gewitter nach einem schwülen Sommertag. Ganz ohne vorher zu schreien.

Regie: Jet Li
Drehbuch: Lu Zhuguo
Produktion: Zhang Guangren
Kamera: Zhenqi Lu
Kampfszenen & Choreografie: Jet Li (mit Unterstützung eines kleinen Stunt-Teams)

🎭 Hauptdarsteller |innen

  • Jet Li als Jet, der heimkehrende chinesische Soldat
  • Song Jia als Na, eine junge Frau mit tragischer Vergangenheit
  • Kurt Roland Petersson als Bailey, ein US-Soldat mit zweifelhaftem Auftreten
  • Dean Harrington als Colonel Hans, ein amerikanischer Offizier
  • Zhao Erkang als Jets Vater, still und würdevoll
  • Sun Jian-Kui als Sheng, Jets Freund und Vertrauter

Wissenswertes

🌀 Jet Lis erste Regiearbeit – und gleich ein Kraftakt
Jet Li war gerade mal Mitte 20, als er sich entschied, bei Born to Defense selbst Regie zu führen. Kein kleines Projekt für jemanden, der zwar ein gefeierter Wushu-Champion war, aber noch wenig Erfahrung im Filmemachen hatte. Viele Szenen wurden mit wenig Budget, aber viel Herzblut und Improvisationstalent umgesetzt. Li war bei allem dabei – Kameraaufbau, Choreos, sogar bei der Musik hatte er ein Wörtchen mitzureden.

💥 Ein Bruch mit dem typischen Wushu-Stil
Wer Jet Li sonst nur aus eleganten, fast tänzerischen Kampfkunstfilmen kennt, wird hier überrascht sein: Born to Defense ist deutlich „härter“ inszeniert. Die Kämpfe wirken schwer, körperlich und fast schmerzhaft real. Keine akrobatischen Salti oder übertriebene Drahtseiltricks – sondern rohe Faust-gegen-Faust-Action, oft in engen, dreckigen Gassen. Das war bewusst so gewählt, um die Brutalität der Nachkriegszeit zu spiegeln.

🇨🇳 Politisch und patriotisch – aber nie platt
Der Film spielt nach dem Zweiten Weltkrieg, in einer Zeit, in der amerikanische Truppen in China präsent waren. Und ja, es gibt eine gewisse Kritik am Verhalten mancher Soldaten. Aber Jet Li wollte keine Anti-Amerika-Message verbreiten – vielmehr geht’s um Würde, Gerechtigkeit und nationale Identität. Und um den ganz simplen Wunsch: mit Respekt behandelt zu werden.

🎥 Echte Locations statt Studio-Kulissen
Gedreht wurde fast komplett on location – also direkt auf den Straßen, in alten Lagerhallen, sogar in echten Hafenanlagen. Das verleiht dem Film diesen staubigen, realistischen Look. Viele Komparsen waren übrigens keine Schauspieler, sondern Leute aus der Nachbarschaft, die spontan mitgemacht haben.

🥋 Jet Li ganz ohne doppelten Boden
Fast alle Stunts hat Jet Li selbst gemacht – und das ohne großes Sicherheitsnetz. Bei einer Szene, in der er durch ein Fenster geworfen wird, verletzte er sich am Arm, drehte aber trotzdem weiter. Schon da zeigte sich sein unglaubliches Durchhaltevermögen, das ihn später zu einem internationalen Star machte.

📦 Kurios: Kaum bekannt im Westen – aber Kult in Asien
Während Born to Defense im Westen eher unter dem Radar lief, wurde der Film in China und Teilen Asiens schnell zum Kult. Besonders wegen seiner ungewohnten Härte und der direkten Botschaft. In Europa tauchte der Film später meist in schlecht synchronisierten Videofassungen auf – oft unter verschiedenen Titeln (z. B. Born to Defend oder Jet Li – Der Kämpfer).

Trailer leider dieses Mal nicht, ich habe nur diesen Filmclip gefunden:

Autorenbewertung

Ich mag Born to Defense, weil er Jet Li mal ganz anders zeigt – nicht als eleganten Schwertkämpfer, sondern als knallharten Faustkämpfer mit Haltung. Der Film hat was Rohes, Ungefiltertes, das mich sofort gepackt hat. Klar, die Story ist simpel, aber genau das macht sie so direkt und ehrlich. Ich steh total auf diese dreckige Nachkriegs-Atmosphäre, wo man fast den Staub schmecken kann. Dass Jet Li hier auch Regie geführt hat, merkt man – im positiven Sinne. Für mich ist das ein kleiner, wuchtiger Geheimtipp, der viel zu oft übersehen wird.

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